Im Norden reicht eine Arbeitsjacke selten für das ganze Jahr. Ein Märzmorgen bei −15 °C, eine verregnete Oktoberwoche bei +5 °C und ein windiger Maitag auf dem Gerüst verlangen jeweils etwas anderes. Die meisten Teams wählen zwischen drei Typen: Softshell, gefütterte Winterjacke und 3-in-1. Hier lesen Sie, was jeder Typ gut kann, wo er an Grenzen stößt und wie Sie ihn auf Jahreszeit und Tätigkeit abstimmen.

Softshell: die Jacke für aktives Arbeiten

Eine Softshell besteht aus einem elastischen gewebten Oberstoff, der mit einem dünnen Fleece verbunden ist, oft mit einer Membran dazwischen. Sie hält den meisten Wind ab, lässt leichten Regen abperlen und Feuchtigkeit nach außen – und bewegt sich mit, wenn Sie klettern, heben und sich strecken.

  • Stärken: Bewegungsfreiheit, Atmungsaktivität, geringes Gewicht, gepflegter Auftritt für Firmenteams.
  • Grenzen: allein wenig Wärmeisolation, und die Nähte sind meist nicht getapt – wasserabweisend, aber keine Regenkleidung.
  • Ideal für: Frühling und Herbst bei etwa 0 bis +12 °C, aktive Arbeiten wie Montage, Zimmerei und Gerüstbau sowie im Winter als Zwischenschicht unter einer Shelljacke.

Beispiel: Die CXS DURHAM hat eine TPU-Membran mit 10.000 mm Wassersäule (ohne Nähte und Taschenbereiche), 3.000 g/m²/24 h Atmungsaktivität und Fleecefutter. Für kältere Tage gibt es gefütterte Softshells wie die WORTEX W950 Hi-Vis – wärmer, aber mit 3.000 mm für Schauer gemacht, nicht für Starkregen.

Gefütterte Winterjacke: maximale Wärme

Eine wattierte Jacke oder ein Parka mit wasserdichtem Oberstoff, getapten Nähten und synthetischer Isolierung. Die wärmste und einfachste Option: ein Kleidungsstück, morgens an, abends aus.

  • Stärken: Wärme auch im Stehen, voller Schutz vor Wind und Nassschnee, meist Kapuze und verlängerter Rücken.
  • Grenzen: Volumen und Schwitzen bei schwerer Arbeit – ist die Unterwäsche nass, fühlt sich die Jacke kälter an.
  • Ideal für: Dezember bis Februar, Arbeiten mit wenig Bewegung (Verkehrsposten, Bauleitung, Maschinenführer, die oft ein- und aussteigen, Hof- und Logistikarbeit) und strengen Frost.

Beispiel: Der Portwest PW369 Hi-Vis Winterparka hat 200 g/m² Isolierung, einen 15.000-mm-Oberstoff mit getapten Nähten, EN 343 3:1 X und EN ISO 20471 Klasse 3 und ist außerdem nach EN 342 zertifiziert.

EN 342 und EN 14058 kurz erklärt

EN 342 gilt für Schutzkleidung gegen Kälte unter −5 °C. EN 14058 gilt für Kleidung für kühle Umgebungen bis −5 °C. Ein EN-342-Etikett zeigt einen gemessenen Isolationswert (Icler, in m²·K/W): Je höher der Wert, desto wärmer. Die meisten Arbeitsjacken tragen keine der beiden Normen – für sehr kalte Außenarbeit liefert eine EN-342-Jacke einen geprüften Wert statt eines Werbeversprechens.

3-in-1: eine Jacke, drei Kombinationen

Eine wasserdichte Shelljacke plus eine herausnehmbare Innenjacke (Fleece, Strick oder leichte Wattierung). Sie können die Shell allein, die Innenjacke allein oder beide zusammengezippt tragen.

  • Stärken: ein Kauf für Herbstregen, kühle trockene Tage und Winter; leicht an die Wettervorhersage anzupassen.
  • Grenzen: Die Wärme hängt von der Innenjacke ab – ein dünnes Fleece ist kein Parka. Die Reißverschlüsse zwischen den Lagen bringen etwas Gewicht.
  • Ideal für: Teams, die von Oktober bis April eine Jacke pro Person wollen, Bauleiter zwischen Büro, Auto und Baustelle sowie Firmen, die ganzjährig einen einheitlichen Warnschutz-Auftritt wünschen.

Beispiel: Die Portwest PW365 3-in-1 kombiniert eine getapte 15.000-mm-Shell (EN 343 3:1 X, EN ISO 20471 Klasse 3) mit einer herausnehmbaren Innenjacke aus 300 g/m² Strick, die auch allein getragen werden kann.

Welche Jacke wann? Kurzübersicht

BedingungenAktive ArbeitWenig Bewegung / Stehen
+5 bis +15 °C, trocken oder SchauerSoftshellSoftshell oder 3-in-1-Innenjacke
0 bis +10 °C, Regen3-in-1-Shell + Zwischenschicht3-in-1-Shell + Innenjacke oder Regenkleidung über Softshell
−10 bis 0 °C, NassschneeGefütterte Softshell oder 3-in-1Gefütterte Winterjacke
Unter −10 °C3-in-1 mit warmer Zwischenschicht oder Winterjacke mit BelüftungGefütterter Parka, idealerweise EN 342

Egal, wofür Sie sich entscheiden: Die Unterwäsche ist entscheidend. Woll- oder Funktionswäsche, die Schweiß ableitet, hält jede Jacke wärmer. Unser Artikel Winterarbeitskleidung für Bautrupps erklärt das Drei-Lagen-Prinzip, und die Winter-Baustellenausrüstung zeigt, was man bei −20 °C trägt.

Warnschutz oder nicht?

Viele Softshells sind normale Arbeitsjacken ohne Klasse nach EN ISO 20471. Auf Baustellen mit Fahrzeugen und Maschinen brauchen Sie dann eine zertifizierte Warnweste oder -jacke darüber – oder Sie wählen gleich eine Warnschutz-Softshell oder -Winterjacke. Siehe Klassen nach EN ISO 20471 erklärt.

Tipps zur Größenwahl

  • Probieren Sie die Jacke über den Schichten an, die Sie tatsächlich tragen: Fleece unter Softshell, Hoodie unter Winterjacke.
  • Arme heben: Der Saum darf nicht über den Hosenbund rutschen.
  • Bei 3-in-1-Jacken die Größe für beide Lagen zusammen wählen.
  • Vor der Bestellung für ein Team unsere Größentabelle prüfen.

Stöbern Sie in Softshell- und Freizeitjacken, allen Jacken oder bestellen Sie Jacke, Hose und Schuhe zusammen über unsere fertigen Arbeitskleidungs-Sets.

Häufige Fragen

Ist eine Softshelljacke wasserdicht?

Meist nicht vollständig. Die Membran macht sie wasserabweisend, aber durch ungetapte Nähte dringt bei Dauerregen Wasser ein. Tragen Sie an nassen Tagen zertifizierte Regenkleidung.

Reicht eine Jacke für den ganzen Winter?

Eine 3-in-1 kommt dem am nächsten. Für lange Arbeit im Stehen bei strengem Frost ist ein gefütterter Parka wärmer.

Soll ich die Winterjacke eine Größe größer kaufen?

Nur wenn Sie dicke Schichten darunter planen oder zwischen zwei Größen liegen. Eine zu große Jacke lässt am Saum und an den Ärmeln kalte Luft herein.

Softshell oder Fleece als Zwischenschicht?

Fleece atmet besser und ist günstiger; eine Softshell hält den Wind ab, wenn Sie die Außenjacke ausziehen. Viele haben beides.

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