Herbst auf einer nordischen Baustelle bedeutet wochenlang Regen, Schneeregen und nassen Boden, bevor der Frost kommt. Die Regenkleidung entscheidet, ob das Team weiterarbeitet oder den Nachmittag im Bauwagen verbringt. Unser Ratgeber zu EN 343 erklärt die Klassen für Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität auf dem Etikett. In diesem Artikel geht es um die praktische Wahl: welche Regenkleidung für welche Arbeit, wie man sie trägt und wie sie länger hält.
EN 343 in 30 Sekunden
Schutzkleidung gegen Regen wird nach EN 343 geprüft. Das Etikett zeigt zwei Klassen: Wasserdurchgangswiderstand (Gewebe und Nähte) und Wasserdampfdurchgangswiderstand (Atmungsaktivität). Seit der Revision 2019 reichen beide von 1 bis 4; ältere Kleidung zeigt 1–3, etwa 3:1 X – Wasserdichtigkeit Klasse 3, Atmungsaktivität Klasse 1, kein Regenturmtest. Eine „wasserdichte“ Jacke ohne EN 343 kann bei Schauern reichen, ist aber nicht als Regenschutzkleidung geprüft.
Drei Haupttypen von Regenkleidung am Bau
1. Zweiteiliger PU-Regenanzug
Jacke und Hose aus PU-beschichtetem Polyester mit getapten Nähten. Vollständig wasserdicht, leicht abzuspritzen und günstig. Der Schwachpunkt ist die Atmungsaktivität: Bei schwerer Arbeit wird man von innen feucht.
Ideal für: Erdarbeiten, Aushub, Betonieren, Entwässerung und alle Arbeiten, bei denen man auf nassem Boden kniet oder sitzt. Beispiele: der Pesso GPUHV3205 Regenanzug mit getapten Nähten, 50-mm-Reflexstreifen und belüftetem Rücken oder der robustere COVERGUARD HYDRA aus 300D Oxford mit Belüftung an Brust, Rücken und Achseln (EN 343, EN ISO 20471).
2. Langer Regenmantel
Ein Mantel bis zu den Oberschenkeln oder Knien hält Wasser vom oberen Hosenbereich fern und ist schnell über die normale Arbeitskleidung gezogen.
Ideal für: Verkehrsposten, Bauleiter, Vermesser und alle, die mehr stehen oder gehen als knien. Der Portwest H445 Regenmantel ist 122 cm lang und nach EN 343 3:1 X sowie EN ISO 20471 Klasse 3 zertifiziert – ein Kleidungsstück für Regen und volle Warnschutz-Sichtbarkeit.
3. Atmungsaktive Shelljacke
Membranjacken mit höherer Atmungsaktivitätsklasse lassen Schweißdampf nach außen, daher sind sie bei langen, aktiven Schichten angenehmer – für Zimmerer, Dachdecker und Monteure, die den ganzen Tag klettern und tragen. Sie kosten mehr und vertragen Beton, scharfe Kanten und grobe Behandlung schlechter. Eine Softshell mit Membran hält Schauer ab, aber ohne EN-343-Zertifizierung sollten Sie sie nicht als Regenschutz für einen ganzen nassen Tag betrachten; siehe unseren Ratgeber Softshell oder Winterjacke.
Sonderfälle
- Schweißen und Heißarbeiten: normale Regenkleidung aus PU und PVC kann schmelzen und brennen. Wählen Sie flammhemmende Regenkleidung wie die Portwest S774 Regenjacke und lesen Sie unseren Ratgeber zu Flammschutzkleidung.
- Reserve im Transporter: eine leichte, packbare Regenjacke für Besucher, Fahrer und plötzliche Schauer.
- In der Nähe von Verkehr und Maschinen: Regenkleidung verdeckt die Warnschutzjacke darunter, daher muss die Regenkleidung selbst Warnschutz in der richtigen Klasse bieten. Siehe Klassen nach EN ISO 20471.
So tragen Sie Regenkleidung auf der Baustelle
- Eine Größe größer wählen. Regenkleidung kommt über die Arbeits- oder Winterjacke. Wenn Sie zwischen zwei Größen liegen, nehmen Sie die größere – siehe Größentabelle.
- Hosenbeine über die Stiefel, nicht hinein. Eingesteckte Beine leiten das Wasser direkt in die Schuhe.
- Ärmel über die Handschuhstulpen, wenn die Hände unten sind; darunter bei Überkopfarbeiten.
- Kapuze und Helm: prüfen Sie, ob die Kapuze über den Helm passt. Eine dicke Kapuze unter dem Helm kann den Sitz des Helms verändern.
- Sturmleiste schließen – der Frontreißverschluss ist die häufigste undichte Stelle.
Kondenswasser vermeiden
In nicht atmungsaktiver Regenkleidung (Atmungsaktivität Klasse 1) bildet sich bei körperlicher Arbeit immer Feuchtigkeit. EN 343 selbst empfiehlt dafür eine begrenzte ununterbrochene Tragezeit. So bleiben Sie trockener:
- Unterwäsche tragen, die Feuchtigkeit ableitet (Wolle oder Synthetik, keine Baumwolle)
- Modelle mit belüftetem Rücken und Netzfutter wählen
- in Pausen die Front öffnen und die Jacke im Bauwagen zum Lüften aufhängen
- für lange Regentage eine zweite Garnitur Unterwäsche einplanen.
Pflege und Austausch
- Beton, Kalk und Schlamm am selben Tag abspülen – sie greifen Beschichtung und Nahtband an.
- Bei Raumtemperatur trocknen; PU nicht auf der heißen Heizung trocknen und nicht nass zusammengelegt lagern.
- Nach Pflegeetikett waschen.
- Getapte Nähte, Schritt und Knie regelmäßig prüfen. Ablösendes Nahtband oder rissige Beschichtung bedeutet: Zeit für Ersatz.
Das Team ausstatten
Unsere Regenbekleidung umfasst Regenmäntel, Regenjacken und zweiteilige Regenanzüge mit getapten Nähten und Reflexstreifen. Für Herbst und Winter kombinieren Sie die Regenkleidung mit dem Zwiebelprinzip aus Winterarbeitskleidung für Bautrupps oder bestellen Jacke, Hose und Schuhe zusammen über unsere fertigen Arbeitskleidungs-Sets. Wir versenden aus unserem eigenen Lager in Estland; Unternehmen mit EU-USt-IdNr. kaufen ohne Mehrwertsteuer.
Häufige Fragen
Reicht jede als „wasserdicht“ bezeichnete Jacke für die Baustelle?
Nicht unbedingt. EN 343 prüft Gewebe und Nähte, auch nach Wäsche und Abrieb. Ohne diese Norm haben Sie nur die Angabe des Herstellers.
Brauche ich Warnschutz-Regenkleidung, wenn die Jacke darunter Warnschutz ist?
Ja, wenn auf der Baustelle Warnschutz vorgeschrieben ist. Die Regenkleidung verdeckt die Jacke, daher muss die äußerste Schicht für Sichtbarkeit sorgen.
Regenmantel oder Regenanzug für Erdarbeiten?
Ein zweiteiliger Regenanzug. Wenn Sie knien oder im Graben arbeiten, hält die Hose Knie und Oberschenkel trocken; ein Mantel nicht.
Warum bin ich im Regenanzug innen nass?
Meist ist es Kondenswasser, kein Leck. PU-Regenkleidung atmet nicht, der Schweiß bleibt innen. Belüftung, die richtige Unterwäsche und Pausen helfen.